IMG 2881 KLEINMondscheinsonate – Die Volkspianistin
Elly Ney
Buch: 175 S. in drei Sprachen (englisch, französisch, deutsch) mit zahlreichen Fotos und Abbildungen
DVD: Mondscheinsonate – Die Volkspianistin Elly Ney, A Film by Axel Fuhrmann; Elly Ney performs: Ludwig van Beethoven, Sonate Nº 12 A Flat Major op. 26, A Film by Alfred Braun; ARTHAUS MUSIK DOCUMENTARY, Dok Fabrik
CD:
① Elly Ney & Friends perform: Mozart Chamber Music; ② Elly Ney und ihr Chauffeur: Recordings from the Limousine; Beide: ARTHAUS MUSIK, Dok Fabrik
Gesamtpaket: ARTHAUS NTSC 109336, im Vertrieb von
NAXOS
… ideale Möglichkeiten der Vermittlung …

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Am Abend des 14. Novembers 1940 sendete der Reichssender Berlin eine Aufnahme der „Mondscheinsonate“ von Ludwig van Beethoven. Zur gleichen Zeit starteten deutsche Bomber mit Kurs auf die englische Industriestadt Coventry, wo sie 56 Tonnen Brand- und 394 Tonnen Sprengbomben abwarfen. Beethovens Musik gab dem Luftangriff seinen Namen: „Operation Mondscheinsonate“. Die Interpretin war Elly Ney (1882–1968).

„Wir kämpfen für die Überlegenheit der deutschen Kultur“ meinte sie einmal, und: „Unsere deutsche Musik entstammt unserer Art und kann auch nur von Menschen unserer Art, vom deutschen Volk, erfasst werden.“

Elly Ney hatte von ihrer Mutter, die Klavierlehrerin war, ersten Musikunterricht bekommen. Studiert hat sie dann in Wien. Nach einer raschen und stürmischen Karriere vor allem in den USA ließ sie sich schließlich wieder in Bonn nieder, wohin sie als Fünfjährige, ihr Vater war dort Standesbeamter geworden, mit ihren Eltern gezogen war. Zur Welt gekommen war sie in Düsseldorf.

Henryk Szeryng: Vivaldi Four Seasons / Mozart Violin Concerto Nº 5 KV 219
Südwestdeutsches Kammerorchester Pforzheim (unter der Leitung des Solisten)
Aufgenommen am 7.12.1969, erschienen 2017
SWR Music NAXOS SWR19041CD ℗ 1969, © 2017
Digitales Remastering der SWR-Originalbänder

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Szeryng Vivaldi Mozart CDHenryk Szeryng, geboren 1918 in Żelazowa Wola in Polen, dem Geburtsort von Frédéric Chopin, war Geiger. „Nebenbei“ sozusagen, war er auch Dozent für Streichinstrumente an der Faculdad de Música der Universität von Mexiko-Stadt und während des Zweiten Weltkriegs hat er zudem als Diplomat gearbeitet, als Verbindungoffizier für die polnische Armee auf französischem Boden. Später wurde er dann Sonderbotschafter des Staates Mexiko.

Aber natürlich ist er als Geiger in Erinnerung geblieben, vielen als Spezialist für die Solowerke von Johann Sebastian Bach, anderen für Kammermusik, etwa zusammen mit Artur Rubinstein, oder als Solist in klassischen Violinkonzerten von Beethoven, Brahms oder Paganini … um nur drei Beispiele von vielen zu nennen.

Henryk Szeryng war bekannt für seine einerseits minutiös präzise wie andererseits feinst differenzierte und abgestimmte Darstellung. Christoph Schlüren überschreibt seinen Text im Booklet der neuen CD mit „Vollendetes Tenuto, Balance der Gegensätze“ und beschreibt damit recht präzise „das musikalische Phänomen Szeryng“. Als Beispiel diene zunächst das Rondeau/Tempo di Menuetto, der dritte Satz des Mozart-Konzerts auf der neuen CD.

Dass Henryk Szeryng jede klangliche Nuance, die Mozart dem Solisten seines Konzerts abverlangt, liefert, muss nicht erwähnt werden. Und dass ein Rondo multiple Farben und Stimmungen bereithält, liegt in der Natur dieser musikalischen Form. Sie besteht aus einem wiederkehrenden Ritornell (A), das sich mit anders gearteten und meist kontrastierenden Abschnitten (B,C,D) abwechselt: A-B-A-C-A usw. Das Ritornell des Rondos von KV 219 trägt die Überschrift „Tempo di Menuetto“, womit sein Charakter weitreichend vorgegeben ist: „Das Menuett war der beliebteste Gesellschaftstanz an den europäischen Höfen von der zweiten Hälfte des 17. bis zum späten 18. Jahrhundert. Gekennzeichnet durch einen beschwingten lebhaften Dreiertakt spielte es zudem auch in der Instrumentalmusik des Barock und der Klassik eine bedeutende Rolle.“ (Carol Marsh in MGG 2, Sachteil Bd. VI, Sp. 121). Das Hauptthema des Ritornells entführt den Zuhörer in eine durch und durch traditionelle höfische Dreivierteltakt-Umgebung, um dann einen harschen Schwenk in eine exotische Moll-Szenerie vorzunehmen [Takt 132: Allegro], die der damaligen Mode entsprach – das Konzert ist 1775 entstanden. Mozart nimmt sogar eigene Ideen vorweg, wie Rudolf Gerber, der Herausgeber einer Partitur des Konzerts (Eulenburg, Zürich, Nº 717) meint: „Die a-Moll-Episode dieses Satzes läßt […] bereits das exotische Kolorit der „Entführung“ aufblitzen.“

Carnevale 1729 CDCarnevale 1729
Werke von Giacomelli, Orlandini, Albinoni, Porpora, Leo, Vinci
Ann Hallenberg, Mezzosopran, Il pomo d’oro, Stefano Montanari
Aufgenommen im September 2016, ℗ 2017
2 SA-CD PENTATONE PTC 5186 678, im Vertrieb von NAXOS
… Sie zelebriert und feiert diese Musik …

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Wie vor knapp dreihundert Jahren! Damals waren es beispielsweise die gefeierte Sängerin Faustina Bordoni (1697–1781), die spätere Ehefrau des Komponisten Johann Adolph Hasse (1699–1783), und die Sopranistin Francesca Cuzzoni (1696–1778) — heute ist es die Mezzo-Sopranistin Ann Hallenberg, die das Publikum mit ihrem betörenden Gesang in ihren Bann schlägt.

Der Karneval wurde – beginnend im späten Mittelalter –  in Venedig ausgelassen gefeiert … aber die Session (oder sagt man Saison?) 1728/1729 war eine besondere. Georg Friedrich Händel hatte lange die internationalen Sänger-Stars in seinem Londoner Operntheater engagiert, der Umgang mit den kapriziösen Künstlerinnen und Künstlern hat aber nicht nur seine Nerven aufgerieben, ihre immer höheren Gagenforderungen haben ihn auch an den Rand der Insolvenz getrieben. Händel sah sich gezwungen, das Theater zunächst für ein Jahr zu schließen und die Engagements zu kündigen. Die Primadonnen verließen London und einige fanden neue Anstellungen an den verschiedenen venezianischen Operntheatern. Im Jahr 1700 gab es derer übrigens sieben. Gleichzeitig gelang es einem der Häuser, den berühmtesten aller Kastraten zu engagieren, den legendären Sänger Farinelli. Mit diesem Coup waren die gefragtesten Gesangsstars mindestens für eine Spielzeit zusammen – nicht an einem Theater, aber in einer Stadt, in Venedig!
Im Teatro San Grisostomo wurde die Karnevals-Opernsaison 1728/1729 mit der tragedia per musica „Catone in Utica“ von Leonardo Leo eröffnet. Uraufführungsdatum: 26. Dezember 1728. Das Libretto stammt von Pietro Metastasio (1698–1782, eigentlich: Pietro Antonio Domenico Bonaventura Trapassi), der, wie wir wissen, Hofpoet am Kaiserlichen Hof in Wien war und unter anderem die textliche Urversion zu Mozarts und zu Antonio Caldaras „La clemenza di Tito“ geschrieben hat.

Ein neuer Blog mit Beiträgen zu diversen Themen aus Kunst und Kultur. Von Peter Päffgen … und doch ohne Gitarre und Laute! Was ich sagen möchte, verkünde ich wie immer nicht ex cathedra als unumstößliche Wahrheiten, es sind nicht mehr als meine ganz persönlichen und oft sehr privaten Kommentare.

Nun habe ich, wie die meisten von Ihnen wissen werden, zwei Musikzeitschriften gegründet und viele Jahre als Verleger und Herausgeber bestimmt: „Gitarre & Laute” und „Concerto–das Magazin für Alte Musik”. Das mag Ihnen als Hinweis darauf dienen, welche musikalischen Präferenzen ich habe … aber bitte wundern Sie sich nicht, wenn's gelegentlich auch um grundsätzlich andere Themen geht. Ich wünsche Ihnen Vergnügen mit meinem Florilegium.

Vivaldi The Four Seasons Concerto Koeln

Vivaldi: The Four Seasons
Concerto Köln, Shunske Sato
Aufgenommen im Juni 2016
Berlin Classics [8 85470 00829 5], im Vertrieb von Edel-Kultur
… sehr bestimmt und entschlossen …

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Antonio Vivaldi: Die Jahreszeiten
Takako Nishizaki, Violine; Capella Instropolitana; Stephen Gunzenhauser
Aufgenommen im Juli 1987, erschienen 1987 und (in Neuauflage) 2017
NAXOS 8.550056D
… die meistverkaufte des Labels …

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Die „Vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi gehören in die Kategorie „Populäre Klassik“ oder auch „Klassik Light“ … fast wie „Peter und der Wolf“, „Die Moldau“ oder das „Concierto de Aranjuez“. Sie laufen in Aufzügen und überall da, wo’s klassisch und/oder italienisch klingen soll –  in Restaurants zum Beispiel, die als fein gelten wollen und in telefonischen Warteschleifen von Musikverlagen oder Rechtsanwälten. Die Jahreszeiten von Vivaldi sind natürlich gemeinfrei – es kostet also nichts, sich mit ihnen zu schmücken. Wie oft sie seit Erfindung der Schallplatte vor gut hundert Jahren aufgenommen worden sind, lässt sich nur schätzen. Norman Lebrecht vermutet, dass es bei Erscheinen seines Buches über die „klassische Tonträgerindustrie“ (Ausgespielt – Aufstieg und Fall der Klassikindustrie, Mainz 2007, S. 275) „über vierhundert“ waren: „Die Bandbreite reicht von der erbsensuppenartigen vollorchestralen Version eines Herbert von Karajan mit den Berliner Philharmonikern bis zu den spartanischen sechzehn Instrumenten des Drottningholm Baroque Ensemble an der Schwedischen Eiskappe.